DLK 23/12 Drehleiter Maße: Magirus, Rosenbauer, Iveco im Vergleich

Wenn Sie eine Feuerwehrzufahrt planen, ist die Drehleiter DLK 23/12 in fast allen Fällen das maßgebende Bemessungsfahrzeug. „DLK 23/12" steht für Drehleiter mit Korb, Rettungshöhe 23 m bei 12 m Ausladung. Sie ist nicht das längste Feuerwehrfahrzeug, aber das geometrisch anspruchsvollste – und damit der „worst case", den jede Zufahrt aushalten muss. Dieser Artikel sammelt verifizierbare Eckwerte aus den frei zugänglichen Hersteller-Datenblättern der drei großen Anbieter und erklärt, wo Sie die normierten Bemessungsmaße rechtssicher beziehen.
Warum die DLK 23/12 das Bemessungsfahrzeug ist
Die Fahrzeugkategorie „Drehleiter mit kombinierten Bewegungen" wird in DIN EN 14043:2014-04 sowie in der Massenübersicht DIN SPEC 14502-1:2016-12 definiert. Beide Normen sind urheberrechtlich geschützt und ausschließlich über die DIN Media GmbH erhältlich. Eine strukturierte Wiedergabe der Norm-Maße im Internet ist nicht zulässig — verbindliche Bemessungswerte sind direkt im Original-Regelwerk nachzuschlagen (siehe Feuerwehrzufahrt-Leitfaden).
Die Maße einer real gebauten Drehleiter sind dagegen reine Tatsachen und nach § 2 Abs. 2 UrhG nicht schutzfähig. Sie dürfen aus öffentlich verfügbaren Hersteller-Datenblättern frei verwendet werden — und genau das ist die Datenbasis dieses Artikels.
Drei Gründe, warum gerade die DLK den Bemessungsfall stellt:
- Großer Wendekreis – nach Hersteller-Datenblättern ca. 19,5 – 20,5 m Bordsteinkreis. Im Vergleich: ein Löschgruppenfahrzeug LF 20 wendet auf ca. 16 m.
- Großer hinterer Überhang – mit eingeklapptem Korb ragt die DLK bis zu 3,80 m über die Hinterachse hinaus, was bei engen Kurven zu Aufsetzern und Kollisionen führen kann.
- Aufstellfläche und Tragfähigkeit – die geometrischen und statischen Anforderungen an die Aufstellfläche, den Abstand zur Fassade sowie die Tragfähigkeit der Befestigung ergeben sich aus DIN 14090 in Verbindung mit der jeweiligen Landesrichtlinie über Flächen für die Feuerwehr. Verbindlich ist ausschließlich das Original-Regelwerk.
Verifizierbare Herstellerdaten
Feuerwehrfahrzeuge sind Sonderaufbauten auf handelsüblichen Fahrgestellen — die genauen Maße variieren je nach Aufbau und Kundenspezifikation. Die wenigen Werte, die aus öffentlich zugänglichen Herstellerquellen (Produktseiten, Datenblätter, Auslieferungsberichte) verifizierbar sind:
| Eigenschaft | Magirus M32L-AT | Rosenbauer L32A-XS |
|---|---|---|
| Radstand | 4.815 mm | 4.750 mm |
| Arbeitshöhe | 32 m | 32 m |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 15.000 – 16.000 kg | 16.000 kg |
| Fahrgestell | 2-Achs, 16-t-Klasse | 2-Achs, 16-t-Klasse |
| Fahrzeuglänge | — | ca. 10.000 mm |
Quellen: Magirus Produktseite M32L-AT (magirusgroup.com); Rosenbauer L32A-XS Auslieferungsdaten. Gesamtlänge, Höhe, Überhänge und Wendekreis hängen vom konkreten Fahrgestell und Aufbau ab — diese Werte sind beim Hersteller für das jeweilige Projekt anzufragen. Es handelt sich nicht um Bemessungsmaße aus DIN EN 14043 / DIN SPEC 14502-1.
Alle gängigen DLK-23/12-Modelle teilen diese Grundmerkmale: 2-Achs-Fahrgestell in der 16-t-Klasse, Radstand im Bereich 4,75 – 4,82 m, Gesamtlänge ca. 10 m. Für eine konservative Vorplanungs-Hülle, die alle marktüblichen Drehleitern mit Sicherheitsmarge abdeckt, empfiehlt sich: 10,30 m × 2,55 m × 5,00 m Radstand mit einem Wendekreis von 21 m. Diese Hülle ist eine Orientierung für die Vorplanung und kein Ersatz für die normierten Bemessungswerte.
Was bei der Planung schnell übersehen wird
- Die Stützenbreite im aufgestellten Zustand ist breiter als die Fahrzeugbreite. Magirus und Rosenbauer stützen mit ca. 5,20 m Spurweite ab — das muss neben dem Aufstellplatz frei sein, auch wenn die DLK selbst nur 2,50 m breit ist.
- Der Hecküberhang im Schwenkbereich — wenn die DLK ihren Korb über das Heck schwenkt, ragt der Korb deutlich weiter aus als die statische Fahrzeuglänge. Das ist beim eigentlichen Anstellvorgang relevant, nicht bei der reinen Anfahrt.
- Tatsächliche Hinterachslast — die hinteren Achslasten marktüblicher DLK 23/12 liegen oberhalb der StVZO-Standard-Achslast von 10 t. Die Tragfähigkeitsanforderungen an Feuerwehrzufahrten ergeben sich aus DIN 14090 und der jeweiligen Landesrichtlinie; die meisten Bauämter fordern eine Auslegung auf das tatsächliche DLK-Gewicht. Verbindliche Werte sind dem Original-Regelwerk zu entnehmen.
Soll ich für mein Projekt wirklich mit der DLK rechnen?
Faustregel:
- Reguläres Wohngebäude (≤ 4 Geschosse, nicht hochhausgleich): die örtliche Feuerwehr klärt, ob ein Tanklöschfahrzeug oder eine DLK das Bemessungsfahrzeug ist. Häufig reicht das TLF 4000 (Wendekreis ~17 m).
- Hochhaus / Versammlungsstätte / Pflegeheim: DLK 23/12 ist Pflicht, schriftliche Rückfrage bei der Brandschutzdienststelle.
- Sonderbauten in Werks- oder Flughafenfeuerwehren: dort kann eine größere DLK 30 oder ein TM 50 (Teleskopmast) der Bemessungsfall sein — vorab klären.
Im Zweifel mit der DLK rechnen. Wenn das Bauamt später ein kleineres Fahrzeug akzeptiert, haben Sie Reserve. Andersherum müssen Sie umplanen.
Wo Sie die normierten Bemessungsmaße beziehen
Verbindliche Bemessungsmaße der DLK 23/12 und der Aufstellflächen sind ausschließlich in den lizenzierten Original-Normen enthalten:
- DIN EN 14043:2014-04 – Drehleitern mit kombinierten Bewegungen — 209,50 €
- DIN SPEC 14502-1:2016-12 – Fahrzeugmassen und Fahrzeugübersicht — 35,70 €
- DIN 14090:2024-02 – Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken — 90,50 €
Frei zugänglich und für Vorplanungen ausreichend sind die Verwaltungsvorschriften der Bundesländer, die die Kernanforderungen der DIN 14090 wortgleich oder sinngemäß übernehmen — z. B. die Bayerische Richtlinie über Flächen für die Feuerwehr (gemeinfrei nach § 5 UrhG).
Verwandte Leitfäden
- DIN 14090 Feuerwehrzufahrten: Bezug und Alternativen – Anforderungen an Feuerwehrzufahrten, Lizenzierung und freie Quellen.
- RBSV 2020 Bemessungsfahrzeuge erklärt – die Referenztabelle aller deutschen Bemessungsfahrzeuge inklusive der Drehleiter.
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